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GPS Global Positioning System
Was ist GPS/DGPS?
Das Global Positioning System (GPS) ist das weltweite satellitengestütze System zur Positionsbestimmung der US-amerikanischen Bundesregierung.
Es handelt sich um ein seit 1974, primär zu militärischen Zwecken, aufgebautes Navigationssystem, dessen letzte Ausbaustufe 1994 erreicht wurde. Das System trägt auch die Bezeichnung NAVSTAR (Navigation Satellite Timing and Ranging).
Das System besteht im wesentlichen aus 3 Komponenten:

1. Weltraumkomponente
Die Weltraumkomponente besteht aus 24 Satelliten (sog. SV's "Space Vehicle"), die in ca. 20.200 km Höhe mit ca. 11.000 km/h die Erde Umkreisen (z. Zt. sogar 27 Satelliten). Die Satelliten sind so positioniert, daß zu jeder Zeit überall auf der Erde mind. 3 Satelliten gleichzeitig zu "sehen" sind (d.h. über dem Horizont stehen). Normalerweise sind 21 der SV's aktiv und 3 in Reserve.
Die Satelliten strahlen zwei verschiedene Signale aus:
1. P (Y)-Code militärisches, genaueres Signal
2. C/A-Code ziviles, ungenaueres Signal
Für den zivilen Benutzer steht nur das C/A Signal zur Verfügung.

2. Kontrollkomponente
Die Kontrollkomponente besteht aus 5 Bodenstationen zur Überwachung und Kontrolle des Systems. Von den 5 Bodenstationen sind 4 reine Empfängerstationen, die ihre empfangenen Daten an die Masterstation weiterleiten.

3. Benutzerkomponente
Die Benutzerkomponente ist der GPS-Empfänger, heute in der Regel ein 12-Kanal-Parallelempfänger, der in der Lage ist die Signale von bis zu 12 Satelliten gleichzeitig zu empfangen und zu verarbeiten. Im Prinzip beruht die Positionsbestimmung auf dem Prinzip der Triangulation zwischen dem Empfänger und den Satelliten, dabei wird die Positionsangabe der Satelliten mit dem C/A Signal ausgestrahlt und die Entfernung zwischen Satellit und Empfänger mittels Signallaufzeitmessung ermittelt.
Probleme der Positionsbestimmung:
Durch die geringe Sendeleistung der Satelliten (ca. 20-50 Watt) ist eine Abschattung des Signals durch dichten Wald, Gebäude oder Höhenrücken möglich. Auch extremer Schneefall oder Regen kann das Signal beeinflussen. Eine ungünstige Positionierung der Geräteantenne kann zu einer Abschattung z.B. durch den menschlichen Körper führen.
Auch atmosphärische Einflüsse auf die Signallaufzeit sowie die Reflektion von Signalen können die Genauigkeit der Messung beeinflussen.
Zusätzlich muß darauf hingewiesen werden, daß es sich bei dem System um ein vom US-amerikanischen Militär eingeführtes Navigationsinstrument handelt, dessen Funktionalität zwar frei zur Verfügung gestellt wird, dessen dauerhafte und uneingeschränkte Benutzung aber nicht garantiert ist.
Bis zum 1.5.2000 wurde das zivile GPS-Signal (C/A-Code) mittels der SA (Selective Availability) vom amerikanischen Militär gestört bzw. verschleiert, so daß eine Positionsbestimmung mit zivilen Empfängern nur im Bereich von ca. 100 m möglich war.
Seit dem 1.5.2000 ist diese bewußte Störung (SA) abgeschaltet und das zivile GPS steht mit voller Genauigkeit zur Verfügung. Es ist jedoch möglich, daß die SA im Krisenfall, wenn auch räumlich begrenzt, wieder aktiviert wird.
Die derzeitige Genauigkeit der Positionsbestimmung liegt in 95% der Fälle besser als 3-5m (je nach Empfänger).
DGPS Differentielles GPS und Post-Processing
Zur Verbesserung der Positionsbestimmung ist es möglich eine Referenzempfänger zu verwenden, der sich an einer geodätisch genau bekannten Position befindet. Anhand der Abweichung zwischen der realen Position und der berechneten GPS-Positionierung des Referenzempfängers lässt sich ein Korrekturwert zur Lagekorrektur einer zeitgleich durchgeführten Feldpositionsbestimmung festlegen.

Einfacher ist es ein Korrektursignal zu verwenden, daß von einer festen Referenzstation für einen größeren Raum zur verfügunggestellt wird.
Grundsätzlich ist dabei zwischen "Post-processing" und "DGPS" zu unterscheiden.
DGPS
Basestation Korrektur
Beim Basestation-Verfahren wird vom Anwender ein lokaler Referenzempfänger auf einer geodätisch-genauen, bekannten Koordinate eingerichtet, der ein Korrektursignal erzeugt und zu einem sog. Rover, dem mobilen GPS-Gerät sendet.
Da ein DGPS-System mit Basestation (lokaler Referenzempfänger) und Rover (dazugehöriger mobiler Empfänger) sehr aufwendig und kostenintensiv ist, wird dieses Verfahren für gewöhnlich nur für hochgenaue Messungen (Vermessung) verwendet.
 
 
SAPOS (UKW/2m Funk/GSM)
SAPOS ist der Satelitenpositionierungsdienst der deutschen Landesvermessung. Es handelt sich um ein Gemeinschaftsprojekt der Arbeitsgemeinschaft der Vermessungsverwaltungen der Länder der Bundesrepublik Deutschland.
Der Dienst steht in vier Qualitätsstufen und auf verschiedenen Ebenen zu Verfügung:

EPS (Echtzeit Positionierungs Service)
Die Genauigkeit dieses Dienstes erlaubt eine Positionierung auf ca. 3 m genau. Das Korrektursignal wird über UKW als RDS-Signal zur Verfügung gestellt. Dieser Dienst trägt auch die Bezeichnung RASANT (Radio Aided Satellite Navigation Technic)

HEPS (Hochpräziser Echtzeit Positionierungs Service)
Die Genauigkeit dieses Dienstes erlaubt eine Positionierung auf ca. 1-5cm. Das Korrektursignal steht im RTCM-Format entweder über 2m-Funk oder als GSM-Dienst (Handy) zur Verfügung.

ALF (LW)
ALF ist ein auf einem Langwellen Korrekturdatensender beruhender DGPS-Dienst, der in Zusammenarbeit der Deutschen Telekom und des BKG (Bundesamt für Kartographie und Geodäsie) entstanden ist. Die Korrekturdaten beruhen auf Daten, die im Rahmen des GPS-Meßstellennetzes GREF erfasst werden. Die Korrekturdaten werden von einem Langwellensender in Mainflingen ausgestrahlt und sind für den gesamten Sendebereich (ca. 600km Umkreis) gültig. Bei Verwendung des verbesserten ALF/ADCo Signals ist eine Positionsbestimmung auf 1m genau möglich.

EGNOS/WAAS (Satellit)
Bei EGNOS (European Geostationary Navigation Overlay Service) handelt es sich um einen DGPS Dienst, der gemeinsam von der ESA (European Space Agency), EUROCONTROL (Europäische Organisation zur Sicherung der Luftfahrt) und der EG entwickelt wird. Es handelt sich dabei um ein von Sateliten gesendetes Korrektursignal, daß flächendeckend in ganz Europa zur Verfügung steht. Das System ist kompatibel zum amerikanischen WAAS und dem im Aufbau befindlichen japanischen MSAS.
Die Einführung des EGNOS-Signals ist in den letzten Jahren immer wieder verschoben worden. Im Frühjahr 2005 hat jedoch die abschließende Testphase begonnen, so daß davon auszugehen ist, dass das Signal im Laufe des Jahres 2006 zur Verfügung steht.

Weiterführende Informationen zu GPS findet man bei Wikipedia hier.
Weiterführende Informationen zu EGNOS findet man bei Wikipedia hier.
Post-Processing
Beim Post-Processing werden die aufgezeichneten GPS-Informationen zu einem späteren Zeitpunkt mit Korrekturdaten berichtigt. Diese Korrekturdaten werden in der Regel von der Landesvermessung kostenpflichtig zur Verfügung gestellt. Der Nachteil des Verfahrens ist, daß die genaue Positionierungsinformation nicht schon im Gelände (Real-Time) verwendet werden kann. Üblicherweise stehen folgende Korrekturdaten zur Verfügung:

GPPS (Geodätischer Präziser Positionierungs Service)
Die Genauigkeit dieses Dienstes erlaubt eine Positionierung auf ca. 1 cm. Dieser Dienst steht nicht als Echtzeitdienst, sondern nur im Postprocessing zur Verfügung.

GHPS (Geodätischer Hochpräziser Positionierungs Service)
Die Genauigkeit dieses Dienstes erlaubt eine Positionierung von besser als 1 cm. Dieser Dienst steht nicht als Echtzeitdienst, sondern nur im Postprocessing zur Verfügung.
Was ist Galileo?
Galileo ist ein im Aufbau befindliches Satellitennavigationssystem der Europäischen Gemeinschaft. Es soll 2010/2011 einsatzbereit sein und wird vorraussichtlich mit dem amerikanischen GPS-System kompatibel sein.
Der Vorteil von Galileo liegt darin, daß es nicht unter nationaler militärischer Kontrolle sein wird, wie das amerikanische GPS oder das russische GLONASS. Außerdem wird es (kostenpflichtige) Navigationsdienste mit höherer Genauigkeit zur Verfügung stellen.
Der erste Testsatellit soll im Dezember 2005 starten.

Weiterführende Informationen zu Galileo findet man bei Wikipedia hier.
 

Weitere Informationen zum Thema Mobil-GIS bei Herrn Binnemann:
binnemann@gdv.com, 06132-7148-17

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