Ein weiterer Unterschied zwischen der IENC- und der ENC-Daten besteht in der inhaltlichen Zusammenstellung der individuellen ENC. ENC werden für einen bestimmtem Navigationszweck erstellt, den so genannten "Usages". Die Daten jeder "Usage" haben einen ihres Navigationszweckes entsprechenden Detailierungs- und Genauigkeitsgrad. Während bei IENC in erster Linie die recht großmaßstäbliche "Usage River" zur Darstellung kommt, gibt es, um die verschiedenen Anforderungen bei der Navigation eines Seeschiffes zu erfüllen, bei den ENC‘s sechs "Usages" (Overview, General, Coastal, Approach, Harbour, Berthing). Diese werden für den ENC-Kartenserver als eigener WMS-Dienst mit sechs nach den "Usages" getrennten, Layern realisiert.
Für jede dieser "Usages" in der Objektabbildung gibt es wiederum 3 Darstellungsstufen, die "View Classes" ("Base", "Standard", "All"), die bestimmen, welche Objekte überhaupt zur Darstellung kommen. Diese werden zusammen mit den "Usage-Layern" in einem zweiten WMS-Dienst realisiert.
In diesem kombinierten WMS-Dienst kann der Anwender in jedem Maßstab zwischen den drei “View Classes“ (“Base“, "Standard", und "All") wechseln. Da sich die 6 “Usages“ maßstabsabhängig automatisch ein- und ausschalten, ergeben sich insgesamt achtzehn verschiedene kartografische Darstellungsvarianten.
Je nach Fragestellung kann sich der Anwender entscheiden, ob er den WMS-Kartendienst mit den "Usages", oder den, mit den drei "View Classes" kombinierten Dienst verwenden möchte.
Die WMS-Dienste des ENC-Kartenservers werden vom BSH im Rahmen des Projektes "Aufbau einer Geodaten-Infrastruktur für das BSH (GDI-BSH)" zur Verfügung gestellt. Dabei wird auf ENC-Daten des Nautischen Informationsdienstes des BSH zugegriffen.
Die ENC-WMS-Dienste des BSH werden nach Fertigstellung ausschließlich im Intranet der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung allen mit Navigationskarten befassten Stellen zu Planungszwecken zur Verfügung gestellt.