Was lange währt, wird endlich gut
Mit NASloader kam Ende
2006 der deutschlandweit erste kostenfreie ALKIS-Konverter zur Konvertierung von ALKIS-NAS-Daten
in das ESRI Shape-Fileformat von der GDV. NASloader dient der schnellen Umsetzung von Testdaten zur visuellen Kontrolle, berücksichtigt aber auch lediglich die damalige Version der zugrunde liegenden Spezifikation GeoInfoDok

der AdV

. Diese hat sich seit dem im Detail mehrfach verändert und ist inzwischen mit der Version 6.0 in einem relativ stabilen Revisionsstand. Jetzt, im ersten Quartal 2008, steht mit NASloader
++ erstmals ein Produkt für gehobene Ansprüche mit wesentlich mehr Funktionalität in einer ersten Version zur Verfügung. Doch die Namensähnlichkeit beider Konverter führt zu Missverständnissen. Dazu ein kleiner Exkurs in die Historie der GDV-ALK-Konverter.
Diesmal ganz anders
Werkzeuge zur Konvertierung von Liegenschaftsdaten der Vermessungsverwaltungen haben eine lange Tradition bei der GDV. So kam
1997 mit
AvALK auch der erste kostenfreie ALK-Konverter auf dem deutschen Markt
von der GDV. Seit dem freuen sich hunderte von Anwendern landauf, landab über das schnelle, flexible und einfach zu bedienende Helferlein. Und wem der kostenlosen Konverter AvALK nicht mehr ausreichte, der griff (greift), zu einem sehr günstigen Preis, einfach zu
AvALK Professional und fühlt sich bei altbekannter Oberfläche und Funktionsumfang gleich "zu Hause". Der Unterschied bei beiden Versionen liegt lediglich in der Differenzierung der Sachdaten bei den Konvertierergebnissen. Die sind nur bei AvALK Professional bis ins Detail vollständig.
Bei NASloader und NASloader
++ stellt sich dies völlig anders dar. Obwohl die Namensähnlichkeit anderes vermuten lässt, handelt es sich bei beiden Konvertern um vollständig unterschiedliche Programme, die lediglich einen gemeinsamen Anwendungsfall haben: Das Konvertieren von ALKIS-Daten im NAS-Format. Ein flüchtiger Blick auf die Benutzerschnittstelle belegt dies zweifelsfrei:

NASloader ZoomKlick! |

NASloader++ ZoomKlick! |
NASloader kommt mit einer einfachen Konvertierungsoberfläche daher, die sich auf das notwendigste beschränkt. Mit wenigen Eingaben können ALKIS-Testdaten in das ESRI-Shapefileformat konvertiert werden. Lediglich eine Koordinaten-Transformation ist optional anwählbar.
Die Oberfläche von NASloader++ zeigt schon auf den ersten Blick, dass es sich bei dem Produkt um ein leistungsfähigeres Werkzeug handelt. Die Anwendung nutzt Komponenten aus dem GIS-API GDV-MapBuilder. Die Oberfläche ist übersichtlich in 4 Karteireiter gegliedert (NAS-Daten laden, Zielformat wählen, Vorschau und Protokolle). Die NAS-Daten werden zunächst in einer in das Produkt integrierte Datenbank überführt. Neben dem dateibasierten Export in ESRI-Shape- und DXF-Dateien zählt vor allem der datenbankseitige Export zu den Stärken von NASloader++. Hierfür wird auch die Präsentationsgrafik entsprechend der amtlichen Vorgaben umgesetzt. Aus Gründen der Performance empfiehlt sich der Einsatz einer datenbankbasierten Lösung schon bei größeren Landkreisen, da weder das Shape-File-, noch das DXF-Format für Datensätze mit mehreren Hunderttausend oder gar Millionen Elementen konzipiert sind. An Datenbanken werden zunächst PostgreSQL/PostGIS und Oracle unterstützt. Alle Geometrien werden dort OGC-konform
abgelegt. Alle für die Präsentationsgrafik notwendigen Daten, wie Symbole, Schraffuren, Linientypen etc. finden sich ebenfalls dort. Der Clou: Eine entsprechende Dokumentation für Entwickler wird offen gelegt. Dadurch sind die Konvertierergebnisse von NASloader++ prinzipiell für jedes erweiterungsfähige GIS- oder Auskunfts-System verfügbar.
Und wann geht's jetzt los?
Eins ist sicher: ALKIS kommt. Aber es wird noch eine ganze Weile dauern, bis
alle Daten abgebenden Stellen tatsächlich Liegenschaftsdaten-Daten im NAS-Format liefern können. In dieser Übergangszeit werden also "alte" und "neue" Daten abgegeben werden. Und das wird voraussichtlich noch ein paar Jahre der Fall sein. Zum Glück gibt es aber auch noch den bewährten AvALK Professional aus der guten alten Zeit. Übrigens der einzige Konverter am Markt der gleichzeitig EDBS-, BGRUND und SQD-Daten konvertiert. Denn bis heute gibt es Katasterämter, die ALK-Daten noch nicht im 1986 eingeführten EDBS-Format abgeben. Aber das ist eine andere Geschichte.
Für Fragen rund um ALK/ALKIS und NASloader++ stehen wir hier gerne zur Verfügung.